Fahrregeln in Verkehrstrennungsgebieten (VTG)
Verkehrstrennungsgebiete kennt ihr schon von der SBF See Prüfung. Die Regeln haben sich nicht geändert, aber beim SKS werden nochmal welche davon abgefragt.
Verkehrstrennungsgebiete (VTG) sind besondere Schifffahrtswege, die ähnlich funktionieren, wie Autobahnen an Land. Also, der Verkehr läuft in 2 getrennten Fahrstreifen, so dass Einbahnwege entstehen. Diese Einbahnwege habe festgelegte Fahrtrichtungen und sind durch eine Trennlinie oder Trennzone getrennt, ähnlich dem Mittelstreifen auf der Autobahn. Man darf sie nur in der vorgegebenen Richtung rechts der Trennlinie/Trennzone befahren und soll sich soweit wie möglich von der Trennzone freihalten. (SR 7) Das ist also de facto ein Rechtsfahrgebot.
In den Seekarten sind die Verkehrstrennungsgebiete gut zu erkennen. Die Trennzone ist magentafarben, ebenso die Pfeile, die die vorgegebene Fahrtrichtung anzeigen. Der Rand des Verkehrstrennungsgebietes ist mit einer gestrichelten magentafarbenen Linie gekennzeichnet. Außerdem steht der Name des Verkehrstrennungsgebietes in der Karte, üblicherweise zusammen mit der englischen Abkürzung TSS für Traffic Separation Scheme.
Für die Segelfahrzeuge und alle Fahrzeuge unter 20 m Länge gilt hier – ebenso wie in den engen Fahrwassern – das Verbot, die sichere Durchfahrt der großen Fahrzeuge zu behindern. (SR 46)
Damit weniger Sportboote die Verkehrstrennungsgebiete benutzen, wurde extra die Küstenverkehrszone definiert. Die Küstenverkehrszone ist das Gebiet zwischen der landwärtigen Grenze eines Verkehrstrennungsgebietes und der Küste. (SR 26) Diese Zone ist exklusiv für Fahrzeuge unter 20 m Lange und Segelfahrzeuge vorgesehen. (SR 27) Als Ausnahme gilt, wenn ein Fahrzeug auf dem Weg in einen Hafen ist.
Sportboote dürfen trotzdem die Verkehrstrennungsgebiete befahren, müssen sich aber an die Regeln halten, also insbesondere an die vorgegebene Fahrtrichtung. Auch Queren ist erlaubt, wenn es regelgerecht erfolgt, also mit der Kielrichtung rechtwinklig zur vorgegebenen Verkehrsrichtung.
Reality Check
Ich selbst versuche, die Verkehrstrennungsgebiete wenn möglich zu umfahren. Angeblich wird mit Radar überwacht, ob die Fahrzeuge der vorgeschriebenen Verkehrsrichtung folgen und Abweichungen können mit Bußgeldern geahndet werden. Außerdem ist es weit weniger stressig, wenn man sich von der Berufsschifffahrt gut klar hält, vor allem bei Nacht. Das kann ich nur jedem empfehlen. Bei Nebel würde ich Verkehrstrennungsgebiete niemals ohne Radar befahren.
Im nächsten Abschnitt beginnen wir mit der Lichterführung und den Signalkörpern, die laut KVR gezeigt werden sollen.
Lernkontrolle
Die Fragen, hinter denen ein Kürzel in Klammern steht, sind offizielle Prüfungsfragen.
Was sind Verkehrstrennungsgebiete? Wie sind sie zu befahren? (SR 7)
Verkehrstrennungsgebiete sind Schifffahrtswege, die durch Trennlinien oder Trennzonen in Einbahnwege geteilt sind.
Diese dürfen nur in Fahrtrichtung rechts der Trennlinie/Trennzone befahren werden, aber unter Nutzung der vollen Breite des Einbahnweges.
Was ist der englische Begriff und die dazugehörige Abkürzung für "Verkehrstrennungsgebiet"?
Traffic Separation Scheme, TSS
Was ist eine "Küstenverkehrszone"? (SR 26)
Das Gebiet zwischen der Küste und der landwärtigen Grenze eines Verkehrstrennungsgebietes.
Welche Fahrzeuge dürfen die Küstenverkehrszone benutzen, ohne einen Hafen innerhalb der Küstenverkehrszone anzusteuern? (SR 27)
Fahrzeuge von weniger als 20 m Länge und Segelfahrzeuge.
Wo unterliegt Ihr Segelfahrzeug bzw. Ihre Motoryacht unter 20 m Länge einem Behinderungsverbot? (SR 46)
- In engen Fahrwassern,
- auf dem Einbahnweg eines Verkehrstrennungsgebietes (VTG) gegenüber Maschinenfahrzeugen im VTG.